Tile House
Tile House
Tile House ist ein prägnantes Beispiel für die qualitätsvolle innerstädtische Nachverdichtung im Stockholmer Stadtteil Vasastan, entworfen vom renommierten Architekturbüro Kjellander Sjöberg. Das Projekt wurde initiiert, um eine der letzten unbebauten Flächen im Quartier mit einem sensibel auf den städtebaulichen Kontext abgestimmten Wohnbau zu schließen. In direkter Nachbarschaft zur historischen Gründerzeitbebauung und dem neuen Stadtentwicklungsgebiet Hagastaden gelegen, vereint das Tile House Tradition und Zukunft in architektonischer Präzision.
Die städtebauliche Herausforderung bestand darin, auf engem Raum ein Gebäude zu entwickeln, das sowohl auf die Maßstäblichkeit des Bestands Rücksicht nimmt, als auch neue Impulse setzt. Trotz komplexer baulicher Rahmenbedingungen, darunter eine unterirdische Bahnlinie, ein bestehendes Parkhaus und begrenzte Tragreserven, konnte das Gebäude in nur zwei Jahren realisiert und 2024 bezogen werden. Die Fassade, gestaltet mit grün schimmernden, glasierten Keramikfliesen und dunkel eloxierten Metallkassetten, verleiht dem Gebäude eine charakteristische Identität mit klarer horizontaler Gliederung. Eine aktiv gestaltete Sockelzone mit großzügigen Verglasungen fördert den Dialog zwischen Innen und Außen und trägt zur Belebung des Straßenraums bei.
Der Entwurf folgt einem ganzheitlichen Ansatz, bei dem Nachhaltigkeit, urbane Qualität und soziale Verantwortung im Mittelpunkt stehen. Kjellander Sjöberg entwickelte das Tile House als Beitrag zu einer inklusiven, lebenswerten Stadt, ein Ziel, der sich nicht nur in der Architektur, sondern auch im gesellschaftlichen Erfolg des Projekts widerspiegelt. Bereits in der Vermarktungsphase wurde deutlich, wie sehr das Haus den Nerv der Zeit trifft: 74 der insgesamt 79 Wohnungen wurden an nur einem Wochenende verkauft.
Tile House zeigt, wie durch sensibel geplante Architektur neue Wohnqualitäten entstehen können, im Einklang mit der Geschichte des Ortes und den Anforderungen einer modernen, wachsenden Stadt.

Bild von Nils Ole Sørensen
Kjellander Sjoberg
Kjellander Sjöberg ist ein renommiertes schwedisches Architekturbüro, das 1998 von Mi Inkinen, Stefan Sjöberg und Ola Kjellander gegründet wurde. Mit Studios in Stockholm, Malmö (seit 2015) und London (seit 2021) ist das Büro für seine innovative, integrative und nachhaltige Designphilosophie bekannt. Kjellander Sjöberg verfolgt einen verantwortungsbewussten und kooperativen Ansatz, der auf Zusammenarbeit, offenen Dialog und dem starken Bestreben basiert, Lebensraum für alle nachhaltiger, und sozialer zu gestalten.
Das Büro arbeitet in einem vielfältigen Tätigkeitsspektrum, das von strategischen Masterplänen und öffentlichen Räumen über Wohnprojekte und Arbeitsstätten bis hin zur Neugestaltung historischer Gebäude reicht. Jedes Projekt spiegelt das Bekenntnis zu Authentizität, Kontext und Standortidentität wider.
KS betrachtet seine Studios als kreative Labors – Räume, in denen Ideen in Zusammenarbeit mit Gemeinden, Bauherren und Interessengruppen entwickelt, getestet und verfeinert werden. Das Büro engagiert sich intensiv für regeneratives Design und ist bestrebt, die verfügbaren Ressourcen optimal zu nutzen.
Bei Kjellander Sjöberg wird intern eine ausgeprägte Kultur des Wissensaustauschs und der Teamarbeit gepflegt, wobei der Schwerpunkt auf kollektivem Lernen und Innovation liegt. Diese Kultur erstreckt sich auch auf die Partnerschaften und das öffentliches Engagement und stellt sicher, dass ihre Projekte relevant und wirkungsvoll bleiben.
Die Arbeit des Büros wurde national und international anerkannt und mit Preisen wie dem Kasper-Salin-Preis, dem Urban Design Award der Stadt Malmö, den EUmies Awards und den Dezeen Awards ausgezeichnet. KS hat seine Arbeiten auch weltweit präsentiert, unter anderem auf der Biennale di Venezia, bei Archtober NYC und in der ArkDes in Stockholm.

Bild von Nils Ole Sørensen
Stadtteil
GESTERN
Vasastan entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der raschen Expansion Stockholms. Der Stadtteil wurde ursprünglich als Wohngebiet für die wachsende Mittelschicht geplant und zeichnet sich durch eine geschlossene Blockbebauung und prachtvolle Gründerzeitarchitektur aus. Besonders entlang der Straßen Odengatan und Karlbergsvägen zeugen viele Gebäude von der Baukunst dieser Epoche. In den frühen Jahren war Vasastan auch ein Ort für Handwerksbetriebe und kleine Industriebetriebe. Der Vasaparken und die Stadtbibliothek von Stockholm von Gunnar Asplund – ein Meisterwerk des nordischen Klassizismus – sind bis heute bedeutende Zeugnisse dieser geschichtsträchtigen Phase. Vasastan entwickelte sich früh zu einem kulturell geprägten, lebendigen Stadtteil.
HEUTE
Heute ist Vasastan ein beliebter und lebendiger Stadtteil mit einer Mischung aus urbanem Flair und gemütlichem Wohngefühl. Er zeichnet sich durch zahlreiche Cafés, kleine Boutiquen, Restaurants und gut erhaltene Altbauten aus. Der Stadtteil beherbergt auch kulturelle Einrichtungen wie das Sven-Harrys Kunstmuseum sowie den Vasaparken, der als Treffpunkt für Familien, Sportbegeisterte und Erholungssuchende dient. Die Nähe zu Universitäten und die gute Verkehrsanbindung machen Vasastan besonders attraktiv für junge Berufstätige und Studierende. Gleichzeitig bleibt der Stadtteil durch seine historische Bausubstanz und seine grünen Innenhöfe ein ruhiger Rückzugsort mitten in der Stadt.
MORGEN
Vasastans Zukunftsaussicht ist geprägt von einer nachhaltigen Weiterentwicklung und dem Wunsch, das historische Erbe mit modernen Anforderungen zu vereinen. Geplante städtebauliche Projekte konzentrieren sich auf die Aufwertung öffentlicher Räume, bessere Radwege und klimagerechtes Bauen. Der angrenzende neue Stadtteil Hagastaden bringt Innovation und Urbanität nach Vasastan – mit Forschungseinrichtungen, Wohnraum und modernen Arbeitsplätzen. Gleichzeitig wird großer Wert auf soziale Durchmischung und den Erhalt der architektonischen Identität gelegt. Vasastan soll auch künftig ein Stadtteil bleiben, der Vielfalt, Lebensqualität und Geschichte vereint, als ein Modell für das Stockholm der Zukunft.

Bild von Jakob Thomsen
Projektablauf
HINTERGRUND
Das Projekt wurde initiiert, um eine der letzten unbebauten Flächen in Vasastan sinnvoll und qualitätsvoll zu schließen. Ziel war es, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig auf die komplexe urbane Situation mit hoher gestalterischer Sensibilität zu reagieren. Der Standort an der Norrbackagatan liegt an der Schnittstelle zwischen historischen Wohnquartieren und dem neuen Stadtentwicklungsgebiet Hagastaden. Damit bot sich die Chance, ein Gebäude zu realisieren, das sowohl den lokalen Kontext respektiert als auch einen zeitgemäßen Beitrag zur Stadtentwicklung leistet.
PLANUNG
Die Planung war durch komplexe Bedingungen geprägt, sowohl ober- als auch unterirdisch. Als innerstädtische Nachverdichtung steht das Gebäude direkt über der unterirdischen Bahnlinie Stockholms sowie einem bestehenden Parkhaus. Die besondere Lage erforderte genaue Sicherheitsabstände und Gewichtsbegrenzungen. Die Architektur basiert auf einem klar gegliederten Entwurf mit horizontaler Fassadengliederung, einer aktiven Sockelzone und zurückgesetzten oberen Etagen. Dunkle Metallkassetten und grün schimmernde Keramikfliesen verleihen der Fassade ein fein strukturiertes Erscheinungsbild.
UMSETZUNG
Der Bau des Tile House begann im Jahr 2022 und wurde, trotz anspruchsvoller baulicher Rahmenbedingungen in nur zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Bereits 2024 konnten die ersten Wohnungen bezogen werden. Schon in der Vermarktungsphase zeigte sich das große Interesse: 74 der insgesamt 79 Einheiten wurden an nur einem Wochenende veräußert, ein deutliches Zeichen dafür, dass das Projekt ein echtes Wohnbedürfnis in Stockholm aufgreift.

Bild von Nils Ole Sørensen
Ergebnis

Bild von Nils Ole Sørensen